Entnahmeverfahren
Es gibt drei Wege, Blutstammzellen für eine Transplantation zu gewinnen:
- Die Gewinnung von Blutstammzellen aus dem Blut
> Spende von peripheren Blutstammzellen - Die Entnahme von Knochenmark
> Knochenmarkspende - Die Gewinnung aus Nabelschnurblut
> Spende von Nabelschnurblut
Alle drei Verfahren haben Vor- und Nachteile. Ein Rücktritt von der Spende sowie ein Austritt aus dem Register ist jedoch jederzeit möglich. Das gilt für Sie als angefragte Spendende ebenso wie für Ihre Spendebereitschaft an sich. Eine Registrierung verlangt also keine definitive Entscheidung, aber es ist ein vorbildhafter Einsatz für das Wohl kranker Mitmenschen!
Trifft der seltene Fall ein, dass Ihre Gewebemerkmale mit denen eines Patienten übereinstimmen, so werden Sie zu vertieften Gewebeverträglichkeitstests gebeten. Bei dieser Gelegenheit werden routinemässig die üblichen Tests zur Abklärung von wichtigen übertragbaren Krankheiten durchgeführt, d.h. unter anderem Hepatitis B und C, Syphilis, HIV.
Sollten Sie dann wirklich als definitiver Spender ausgewählt werden, wird das Fachpersonal mit Ihnen besprechen, ob eher eine Knochenmarkspende oder eine periphere Spende für Sie in Frage kommt. Das letze Wort liegt bei Ihnen als spendende Person!
Bei der Nabelschnurblutspende kann die Gewinnung der Blutstammzellen aus der Plazenta und der Nabelschur nur mit der ausdrücklichen Genehmigung der Eltern erfolgen.
Spende von peripheren Blutstammzellen
Die Spende von peripheren Blutstammzellen erfolgt in der Regel ambulant. Etwa vier bis fünf Tage vor der Entnahme werden der spendenden Person durch Injektionen Wachstumsfaktoren verabreicht, damit sich ihre Blutstammzellen im Knochenmark vermehren und ins periphere Blut ausgeschüttet werden.
Die anschliessende Entnahme erfolgt in einem der Entnahmezentren in Basel, Genf oder Zürich. Ähnlich wie bei der Apherese-Spende im Blutspendezentrum wird dem Spender dabei über einen Venenkatheter Blut entnommen und zu einem Zellseparator geführt. Hier werden die mittels Wachstumsfaktoren angereicherten Blutstammzellen vom Blut getrennt und gesammelt. Das restliche Blut fliesst über einen anderen Venenkatheter wieder in den Körper zurück.
Die Entnahme dauert in der Regel 3 bis 6 Stunden. Anschliessend können Sie das
Entnahmezentrum wieder verlassen - vorausgesetzt, dass bei der ärztlichen Nachuntersuchung keine Komplikationen festgestellt wurden. Die allermeisten Spender peripherer Blutstammzellen fühlen sich im Anschluss an ihre Spende bald wieder beschwerdefrei.
Alle Personen, welche Blutstammzellen gespendet haben, haben Anspruch auf eine medizinische Nachbetreuung — und zwar ein Leben lang.
Eventuelle Nebenwirkungen bei einer peripheren Blutstammzellspende
Während der Behandlung mit Wachstumsfaktoren können grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Diese Symptome verschwinden aber sobald das Medikament abgesetzt wird und können mit einfachen Grippemitteln (Paracetamol) gelindert werden. Als mögliche Nebenwirkung der Apherese können an der Einstichstelle Hämatome auftreten. Über mögliche Nebenwirkungen und Risiken werden Sie rechtzeitig detailliert informiert.
Knochenmarkspende
Bei der Knochenmarkspende wird das Knochenmark mit einer Spritze und in mehrfachen Punktionen aus dem Beckenkamm entnommen. Die Entnahme findet unter Vollnarkose statt, wird von einem spezialisierten Ärzteteam durchgeführt und dauert in der Regel zwischen 2 und 3 Stunden.
Die Entnahme der Blutstammzellen auf diese Art ist effizienter, d.h. es können pro Entnahme mehr Blutstammzellen gewonnen werden als bei der Spende von peripheren Blutstammzellen. Allerdings bedingt dies einen stationären Spitalaufenthalt und ist in der Regel auch etwas schmerzhaft.
Die spendende Person tritt am Tag vor der eigentlichen Knochenmarkspende in das entsprechende Entnahmezentrum in Basel, Genf oder Zürich ein. Das Spital kann in der Regel bereits am nächsten Tag wieder verlassen werden - vorausgesetzt, dass bei der ärztlichen Nachuntersuchung keine Komplikationen festgestellt wurden.
Nach der Spende sollten Sie sich einige Tage Ruhe gönnen. Planen Sie also keine grösseren körperlichen Anstrengungen in den ersten Tagen nach der Spende.
Alle Personen, welche Blutstammzellen gespendet haben, haben Anspruch auf eine medizinische Nachbetreuung — und zwar ein Leben lang.
Eventuelle Nebenwirkung bei der Knochenmarkspende
Nach der Entnahme kann sich im Beckenkammbereich ein möglicherweise störendes Hämatom (Bluterguss) bilden und vorübergehend Schmerzen beim Sitzen und bei körperlicher Arbeit verursachen. Diese Schmerzen dauern jedoch nur wenige Tage an und können mithilfe geeigneter Schmerzmittel gelindert werden. Zudem können Müdigkeitserscheinungen auftreten, die in der Regel ebenfalls nach wenigen Tagen vorübergehen. Über mögliche Nebenwirkungen und Risiken werden Sie selbstverständlich rechtzeitig detailliert informiert.
Spende Nabelschnurblut
Mit ausdrücklicher Zustimmung der Eltern können — nach der Geburt und der Durchtrennung der Nabelschnur — aus der Plazenta und der Nabelschnur Blutstammzellen gewonnen, eingefroren und in Nabelschnurblutbanken aufbewahrt werden.
Die Stammzellwanderung von der Leber ins Knochenmark, welche kurz vor der Geburt stattfindet, ist der Grund dafür, dass sich zum Zeitpunkt der Geburt eine grosse Menge dieser Zellen im Nabelschnurblut befindet. Mithilfe eines aufwändigen und kostspieligen Verfahrens können auch hier Blutstammzellen gewonnen werden.
Für weiterführende Information wenden Sie sich bitte direkt an die entsprechenden Spitäler und Institutionen.
Verwendungsformen der gewonnenen Blutstammzellen
- Öffentlich und anonym — Ihre Spende soll allen zur Verfügung stehen;
der Empfänger bleibt dabei stets anonym.
- Familiär — Ihre Spende ist für ein erkranktes Familienmitglied bestimmt.
- Privat Banking — kostenpflichtige Dienstleistung privater Nabelschnurblutbanken; die Spende ist ausschliesslich für Ihr Kind bestimmt. Die SBSC ist auf diesem Gebiet allerdings nicht aktiv.
Wird vom Transplanteur Nabelschnurblut angefordert, ist es möglich, in den öffentlichen nationalen und internationalen Nabelschnurblutbanken - wie bei den registrierten Spendenden - nach einer kompatiblen Nabelschnurbluteinheit zu suchen.
Vor- & Nachteile der Nabelschnurblutspende
Wir empfehlen jeder schwangeren Frau, sich mit dem Thema der Nabelschnurblutspende auseinanderzusetzen. Für die spendende Familie entstehen keinerlei Nachteile bei einer Spende. Machen Sie sich hierüber selbst ein Bild:
Vorteile
Die Entnahme ist schmerzfrei und vollkommen unbedenklich für Mutter und Kind. Es sind keinerlei medizinischen Eingriffe am Menschen erforderlich. Nabelschnur und Plazenta werden üblicherweise im Anschluss an eine Geburt entsorgt. Dabei könnte dieses überaus wertvolle Material für die Behandlung kranker Menschen verwendet werden!
In dieser Spendegruppe ist die Anzahl potentieller Spenderinnen theoretisch unbegrenzt; jede gebärende Frau kann spenden, vorausgesetzt, dass - wie bei der Blutstammzellspende - gewisse Kriterien erfüllt sind. So können insbesondere auch Bevölkerungsgruppen mit seltenen Gewebetypen gezielt berücksichtigt werden.
Abstossungsreaktionen des Transplantats kommen bei Nabelschnurblut zudem seltener vor, weil die Blutstammzellen im Nabelschnurblut unreifer und daher weniger befähigt sind, eine Abwehrreaktion auszulösen.
Einschränkungen
Da die Menge des fötalen Blutes und damit die Anzahl der Blutstammzellen in Plazenta und Nabelschnurblut begrenzt ist, können meist nur Kinder von dieser Art der Spende profitieren und mit einer Nabelschnurbluteinheit transplantiert werden. Bei Erwachsenen ist dies seltener und nur unter gewissen Umständen der Fall.
Weiterführende Information erhalten Sie direkt bei den entsprechenden Spitälern und Institutionen.
Adressen
Für weitere Informationen über die Möglichkeiten einer öffentlich-anonymen Spende von Blutstammzellen über Nabelschnurblut und die Plazenta, wenden Sie sich bitte frühzeitig vor Ihrer Niederkunft an Ihren Gynäkologen, Ihre Gynäkologin oder an die im Folgenden aufgeführten Frauenkliniken.
Universitätsspital Basel: Frauenklinik
Universitätsspital Basel
Frauenklinik
Spitalstrasse 21
4031 Basel
Tel. 061 328 66 90
Universitätsspital Basel Frauenklinik
Kantonsspital Liestal
Kantonsspital Liestal
Rheinstrasse 26
4410 Liestal
Tel. 061 925 22 00
Kantonsspital Liestal
Frauenklinik Inselspital
Frauenklinik Inselspital
Universitätsspital Bern
Effingerstrasse 102
3010 Bern
Tel. 031 632 11 25
Frauenklinik Inselspital
Servizio trasfusionale della Svizzera Italiana
Servizio trasfusionale della Svizzera Italiana
Via Tesserete 50
6900 Lugano
Tel. 091 960 26 00
Servizio trasfusionale della Svizzera Italiana
Hôpitaux Universitaires de Genève
Hôpitaux Universitaires de Genève
Service d’Hématologie
24, rue Micheli-du-Crest
1211 Genève 14
Tél. 022 372 98 59
Sage-femmes de la maternité de Genève:
Tél. 022 382 68 16
(bip: 6859 447)
Hôpitaux Universitaires de Genève Service d’Hématologie



