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    22.05.2013

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    Zur Blutstammzellspende

    Bis zu welchem Alter komme ich als registrierter Blutstammzellspender für eine Spende in Frage?

    Als nicht verwandte Spender kommen alle gesunden Personen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren in Frage, welche die Kriterien zur Blutspende erfüllen.

    Was bedeutet Gewebeverträglichkeit im Zusammenhang mit der Blutstammzellspende?

    Bei der Transplantation von Organen, Organteilen oder Zellen wird eine entsprechende weitgehende Übereinstimmung des HLA-Systems - je nach Art des zu transplantierenden Produktes - angestrebt. Vor jeder Transplantation von Blutstammzellen werden Spender- und Patientenblut auf ihre gegenseitige Gewebeverträglichkeit geprüft.

    Was geschieht bei der Knochenmarkentnahme?

    Das Knochenmark wird mithilfe einer Spritze in mehrfachen Punktionen aus dem Beckenkamm entnommen. Die Entnahme findet unter Narkose statt und wird von spezialisierten Ärzten in einem der Entnahmezentren Basel, Genf oder Zürich durchgeführt. Das Spital kann in der Regel bereits am nächsten Tag verlassen werden.

    Welche Nebenwirkungen können bei einer Knochenmarkspende auftreten?

    Für einige Tage ist mit Schmerzen an den Punktionsstellen sowie einer durch die Narkose wie auch durch den Blutverlust hervorgerufenen Müdigkeit zu rechnen. Darüber hinaus sind keine weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Spätfolgen zu erwarten. Das Knochenmark regeneriert sich vollständig innerhalb weniger Wochen.

    Was ist eine familiäre Transplantation?

    Im Gegensatz zur Transplantation zwischen nicht verwandten Personen werden bei der familiären Transplantation gesunde Blutstammzellen zwischen Geschwistern übertragen. Die Chance, innerhalb der Familie einen Spender mit kompatiblem Gewebe zu finden, liegt bei 25 Prozent.

    Wie verläuft die Entnahme von peripheren Blutstammzellen?

    Bei der Entnahme peripherer Blutstammzellen fliesst über einen Venenkatheter Blut zu einem Zellseparator. Dieser trennt die Blutstammzellen vom Blut und sammelt sie. Danach fliesst das Blut über einen zweiten Venenkatheter zum Spender zurück. Diese Entnahmeform dauert drei bis sechs Stunden und wird an einem der Entnahmezentren ambulant durchgeführt.

    Bei zu geringer Ausbeute an Blutstammzellen am ersten Entnahmetag kann am folgenden Tag eine weitere Sammlung durchgeführt werden. In Ausnahmefällen können bis zu drei Blutstammzell-Apheresen notwendig sein.

     

    Wie kommt es nach der Registrierung / Typisierung zur Anfrage zum Spenden?

    Die Anfrage zum Spenden erfolgt über den regionalen Blutspendedienst. Nach dem persönlichen Arztgespräch wird mit Zustimmung des Spenders seine Blutspendetauglichkeit geprüft; zudem werden Blutproben sowohl für die erneute und vertiefte Typisierung als auch für die Bestimmung der Infektmarker entnommen. Des Weiteren werden verschiedene Gewebeverträglichkeitstests durchgeführt.

    Zur eigentlichen Entnahme von Blutstammzellen kommt es erst, wenn die Eignung zum Spenden ärztlich festgestellt wurde und die Gewebeverträglichkeitstests eine Übereinstimmung mit dem Patientenblut ergaben.

     

    Was geschieht mit meinen Blutstammzellen nach meiner Spende?

    Die Blutstammzellen sind sehr kurzlebig und müssen so schnell wie möglich zum Transplantationszentrum gebracht und transplantiert werden. Das bedeutet, dass Entnahme und Transplantation so aufeinander abgestimmt sein müssen, dass die entnommenen Blutstammzellen spätestens innerhalb der nächsten 48 bis 72 Stunden transplantiert werden können – selbst wenn der Transport über Tausende von Kilometern erfolgt.

    Wieso soll ich spenden? Es gibt doch sicher genug Menschen, die sich zur Verfügung stellen!

    Die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Blutstammzellspender zu finden, hängt von der Kombination der verschiedenenen HLA-Antigene (Gewebemerkmale) ab.

    Die Chancen dafür sind sehr unterschiedlich, meist aber äusserst gering.
    Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Personen – auch weltweit - bereit sind, sich als Blutstammzellspender registrieren zu lassen.

     

     

    Muss ich bei einer Spende – ob nun peripher oder via Knochenmark – mit irgendwelchen körperlichen Nebenwirkungen/Folgen/Spätfolgen rechnen?

    Die heutigen Entnahmetechniken sind sehr sichere und etablierte Methoden, so dass die Spende bis auf leider unangenehme, aber in der Regel kurzfristige Nebenwirkungen gut vertragen wird und ungefährlich ist. Zwar können sehr selten schwere Nebenwirkungen auftreten, deren Risiko aber aufgrund einer ausführlichen Befragung und medizinischen Untersuchung vor der Spende so gering wie möglich gehalten wird. Nur wenn kein erhöhtes gesundheitliches Risiko für eine Spende besteht, darf die Spende erfolgen.


    Als mögliches Risiko im Zusammenhang mit der Verabreichung von Wachstumsfaktoren (G-CSF) gilt sehr selten die Bildung von Thrombosen. Negative Auswirkungen wurden ebenfalls bei Spendern mit Veranlagungen zu entzündlichen Krankheiten festgestellt.
    Aufgrund der bisherigen verfügbaren Daten von gesunden Spendern, die G-CSF erhalten haben, wurden bisher keine relevanten Spätkomplikationen beobachtet. Nur in ganz vereinzelten Fällen kann es zu einer Milzruptur kommen. Die Daten von verschiedenen grossen Spenderregistern zeigen jedoch, dass die Gabe von G-CSF weitestgehend sicher ist. Im Vergleich zur nicht spendenden Bevölkerung fand sich bislang keine Häufung von Tumorerkrankungen.
    Um das Risiko von Nebenwirkungen aufgrund der Wachstumsfaktoren begrenzt zu halten, dürfen in der Schweiz demselben Spender nur ein einziges Mal periphere Blutstammzellen entnommen werden.

    Da die Langzeitnebenwirkungen von Wachstumsfaktoren noch nicht abschliessend erforscht sind, wird das Blut im Anschluss an die Spende periodisch kontrolliert. Die bisherigen Resultate ergaben im Vergleich zur normalen Bevölkerung keinerlei negative Auswirkungen.

     

    Sind Nebenwirkungen durch die Einnahme von Neupogen häufig?

    Bei der Spende peripherer Blutstammzellen können bei der vorgängigen Verabreichung der Wachstumsfaktoren vorübergehende grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Mattigkeit auftreten. Auch hier wird die Intensität dieser Symptome individuell sehr unterschiedlich wahrgenommen.

    Ist die Knochemarkspende schmerzhaft?

    Nach der Entnahme kann sich im Beckenkamm zunächst ein möglicherweise störendes Hämatom (Bluterguss) bilden. Ausserdem kann es vorkommen, dass Sie sich für einige Tage matt fühlen und an den Einstichstellen dumpfe Schmerzen verspüren.
    Diese Schmerzen dauern jedoch nur wenige Tage an und können mithilfe geeigneter Schmerzmittel gelindert werden.
    Jedoch ist das Empfinden dieser Nebenwirkungen ist von Fall zu Fall verschieden und wird individuell sehr unterschiedlich wahrgenommen.

    Kann ich mich darauf verlassen, dass meine Daten vertraulich behandelt werden?

    Wie bei der Blutspende dürfen sich Spender und Empfänger von Blutstammzellen nicht kennen. Diese Regelung bzw. Richtlinie wurde zum persönlichen Schutz von Spendern und Empfängern eingeführt.
    Deshalb werden die Personendaten der Spender nur anonymisiert anhand der Spendernummer an das Register der Swiss Blood Stem Cells und das des Transplantationszentrums weitergeleitet.

    Wieso genügt nicht eine normale Blutspende?

    Für die Blutstammzelltransplantation wird eine grössere Anzahl gesunder, unreifer Blutstammzellen benötigt. Diese findet man normalerweise nur im Knochenmark. Im Blut - und damit in der normalen Blutspende - finden sich jedoch fast ausschlieslich nur ausgereifte Blutzellen.

    Welche Nebenwirkungen können bei der Spende von peripheren Blutstammzellen auftreten?

    Zur Vermehrung der Blutstammzellen werden dem Spender etwa fünf Tage vor der geplanten Entnahme Wachstumsfaktoren für die Blutstammzellen unter die Haut gespritzt. Dabei können wie bei einer Grippe vorübergehend Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Bei der Entnahme selbst kann es zu Blutungen / Schmerzen an der Einstichstelle kommen. Da die Langzeitwirkungen von Wachstumsfaktoren nicht abschliessend erforscht sind, wird nach der Entnahme das Blut periodisch kontrolliert.

    Werden vor der Spende auch meine persönlichen Fragen beantwortet?

    Freiwillige Spender haben von Anfang an Anspruch auf umfassende Informationen und Beantwortung persönlicher Fragen:

    Bei der Registrierung oder Blutentnahme für Gewebeverträglichkeitstests oder bei der Anfrage zur Blutstammzellspende geschieht dies durch Ärzte der regionalen Blutspendedienste. Vor der Entnahme von Blutstammzellen erfolgt die Information durch Ärzte des Entnahmezentrums.

    Wird die Spende von Blutstammzellen finanziell entschädigt?

    Das Spenden von Blutstammzellen beruht auf dem Prinzip der Freiwilligkeit und der Solidarität gegenüber kranken Mitmenschen. Wie das Blutspenden erfolgt es - aus ethischen Gründen - ohne jegliche finanzielle Entschädigung. Jedoch sind sämtliche Labor-, Arzt- bzw. Spitalkosten gedeckt. Zudem werden direkte Auslagen und der Arbeitsausfall vergütet, falls dies nicht bereits durch den Arbeitgeber erfolgt.